Essen wie in Kölle

Wer die Domstadt Köln besucht, trifft dort auf rheinische Frohnaturen mit herbem Charme und einer Begeisterungsfähigkeit, die nicht nur beim Straßenkarneval mitreißend ist. An die regionale Mundart jedoch muss sich so mancher Tourist erst gewöhnen – vor allem, wenn er in einem der zahlreichen Restaurants der Stadt eine Bestellung aufgibt. Ob in einem der typischen kölschen Brauhäuser, im Ratskeller oder einem Biergarten, die Auswahl an deftig-schmackhaften Spezialitäten ist riesig und lädt zum Probieren und Genießen ein.

Zuerst ein Kölsch vom Köbes

Geselligkeit bei einem guten Schluck Bier wird hier ganz groß geschrieben. Aber zu einem stilechten Kölner Essen gehört nicht irgendein Bier, sondern ein frisch gezapftes kühles Kölsch, das bis heute ausschließlich in Köln gebraut werden darf. Ausgeschenkt wird das Lieblingsgetränk der Einheimischen unter anderem im Gaffel-Haus, in der Hausbrauerei Päffgen oder den Brauhäusern Früh und Zur Malzmühle, sowie in vielen anderen Kneipen, Gaststätten und Restaurants. Das helle obergärige Bier schmeckt leicht herb und hopfenbetont und wird aus schmalen 0,2-Liter-Gläsern getrunken. Zur Auswahl stehen knapp 30 verschiedene Kölschsorten für jeden Geschmack. Serviert wird das Bier vom Köbes. In kölscher Eigenart reagiert dieser auf die Bezeichnung „Kellner“ oder „Ober“ meist sehr empfindlich, doch Gäste müssen auf ihr Kölsch ohnehin nie lange warten. Wer sein leeres Glas nicht mit einem Bierdeckel abdeckt, bekommt ohne eine erneute Bestellung Nachschub gebracht. Im übrigen hören die Kölner selbst nicht gern, das ihr Kölsch einfaches Bier sei – in Köln heißt das “Gaffel”.

Zur Stärkung zwischendurch

Die lokale Küche bietet neben internationalen Gerichten vor allem schmackhafte „Hausfrauenküche“. Doch Vorsicht: Manch einer hat hier schon einen „Halven Hahn“ bestellt und sich auf ein halbes gebratenes Hähnchen gefreut. Weit gefehlt, denn stattdessen bekam er ein Roggenbrötchen, serviert mit Butter, mittelalten Goudascheiben, Zwiebelringen, Würzgurken und scharfem Senf. Mittlerweile ist das „Röggelchen“ samt Beilagen beim Kölner Essen zum beliebten Klassiker avanciert, der überall angeboten wird. Ebenfalls sehr gefragt ist der „Kölsche Klüngel“, eine kalte Platte, reichlich belegt mit Mett, Frikadellen, Fleischwurst, Leberwurst, gebratener Blutwurst, Gouda, Gewürzgurken, Zwiebeln und Roggenbrötchen mit Butter. Alle, die Hunger auf etwas Warmes oder ein gutes Stück Fleisch haben, erwartet die regionale Küche mit abwechslungsreichen Spezialitäten.

Regionales aus der warmen Küche

  • Die „Blootwoosch“ oder „Flönz“ wird als Blutwurst im Ring oder geräuchert serviert. „Flönz mit Öllig“ ist die ungeräucherte Variante, die gebraten mit reichlich Zwiebeln gereicht wird. Als pikante Beilage dient sie auch für das Gericht „Himmel un Äd“, bei dem frisch gestampftes Kartoffelpüree mit Apfelmus bzw. -kompott im Verhältnis 1:1 vermischt wird. 
  • Auch beim „Kölschen Kaviar“ handelt es sich nicht um eine maritime Spezialität, sondern um ein Stück rohe oder gebratene Blutwurst mit Röggelchen, Zwiebeln und Senf.
  • Hinter dem Begriff „Hämschen“ oder „Hämmcher“ verbirgt sich ein weiteres Kölner Essen mit Kultstatus: gepökelte, gekochte Schweinshaxen (Eisbeine) mit Sauerkraut und Kartoffelpüree.
  • Weit über die Grenzen Kölns hinaus bekannt ist der „Rheinische Sauerbraten“ vom Rind oder Pferd. Ist das Gericht gelungen, zergeht der Sauerbraten zart auf der Zunge. Dazu gibt es eine mit Rosinen, Zuckerrübensirup und Printen zubereitete Soße, die mit ihrem leicht süßlichen Geschmack perfekt zu dem säuerlichen Fleisch passt. Als Beilage dürfen Rotkohl, Klöße und Apfelkompott nicht fehlen.
  • Herzhaft ist auch das „Krüstchen“, womit beim typischen Kölner Essen nicht ein paniertes Schnitzel mit Spiegelei auf (getoastetem) Brot gemeint ist, sondern Rindergulasch. Dieses wird nach traditioneller Art – ohne Paprika und Chili – zubereitet und mit einem Roggenbrötchen serviert.
  • Frische Rievkoche (Reibekuchen oder Kartoffelpuffer) lieben die Kölner besonders und beanspruchen für sich, dass das Original selbstverständlich aus der Domstadt kommt. Neben geriebenen Kartoffeln, den Ädäppeln, gehören in einen echten Rievkoche Zwiebeln und Haferflocken. Was die Beilagen angeht, so sind den zahlreichen Variationen keine Grenzen gesetzt: Lachs, Tatar, Matjes, Quark (Klatschkies), Apfelmus oder süßes Rübenkraut werden besonders häufig angeboten. Ob beim Karneval, dem Weihnachtsmarkt oder beim Stadtbummel – die Reibekuchenbude ist aus Köln nicht wegzudenken.

Nach so vielen deftigen Gaumenfreuden wird es Zeit für etwas Süßes. Auch hierbei wissen rheinländische Gourmets „Reichhaltiges“ zu schätzen. Dennoch sollten Besucher den Verlockungen des Kölner Essens nicht widerstehen und Muuzemändelche oder Jrießpudding met Rusinge nach alten Traditionsrezepten probieren.

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    2 Kommentare zu "Essen wie in Kölle"

    1. Bea says:

      Komme bald Koeln besuchen ud freue mich am meisten auf das Essen und Bier

    2. Paul Kwasny says:

      Herrlich…
      ich erlebte meine erste kulinarische Enttäuschung als Pfadfinder in Köln. Ich war gerade mal 12 Jahre alt als wir durch Kölle kamen…
      Hungrig… Durstig… auf unserem Weg zum int. Pfadfindertreffen in Bangor/Wales…
      Wollten den Dom besichtigen und haben eine Kneipe entdeckt…
      Dort gab es den “halwen Hahn” zum Spottpreis von einer Mark…
      (die damals noch stabile Währung der BRD)
      Wir haben uns alle beim Köbes “Kölsch” bestellt und natürlich das halbe Hähnchen zu diesem Spottpreis…
      Aborigines der Stadt Köln (Einheimische) muss ich ja ab diesem Zeitpunkt nix mehr erzählen. Die wissen wie groß unsere Enttäuschung war.
      Was nämlich gekommen ist hatte beileibe nichts mit einem halben Hähnchen vom Grill zu tun.
      Allen anderen die die Domstadt besuchen wollen sag´ ich nur eines:
      Bestellt euch einen halwen Hahn…
      Ein Abenteuer für sich…
      Aber das Kölsch tröstet euch über die Enttäuschung hinweg…

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