Kölner Verkehrsbetriebe

Die Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft, kurz KVB Köln, betreibt die Stadtbahn und die städtischen Buslinien in Köln.Die KVB Köln sind nur zu zehn Prozent direkt im Besitz der Stadt. Zu neunzig Prozent gehören sie den Stadtwerken, die jedoch eine Tochtergesellschaft der Stadt Köln darstellen. Ferner gehört noch die Rheinseilbahn zu den KVB Köln, denn ihr Betreiber, die Kölner Seilbahn-Gesellschaft mbH, ist wiederum eine Tochter der KVB Köln.

Ihren Anfang nehmen die KVB Köln als privat betriebene Pferdebahn. Am 20. Mai 1877 rollt die erste “Päädsbahn” auf Schienen von Deutz nach Kalk. Schnell wird das Schienennetz weiter ausgebaut und weitere Strecken eingerichtet. Anfangs fahren die Bahnen nur stündlich. 1888 wird die Strecke nach Marienburg schon halbstündig betrieben, elf Jahre später wird mit einem Zusatzwagen der Verkehr in 10-Minuten-Taktung organisiert. Zum 1. Januar 1900 wird der Betrieb der bis dahin privaten Pferdebahn der KVB Köln von der Stadt übernommen. Kurz darauf wird damit begonnen, die einzelnen Strecken nach und nach zu elektrifizieren. Die erste “Elektrische” fährt 1901. 1903 werden alle Strecken, bis auf Nippes – Flora, elektrisch betrieben. 1925 gründet die KVB Köln die Kölner Straßen-Omnibusgesellschaft mit zwei Linien. Bald kommen weitere dazu. 1963 beginnt der Bau der Kölner U-Bahn und die ersten mechanischen Fahrscheinautomaten ersetzen zumindest teilweise den Verkauf in den Wagen. Außerdem werden erstmals außerhalb der Kriegszeiten Schaffnerinnen eingestellt. Aufgrund von Personalmangel hatten sie in beiden Weltkriegen die männlichen Kollegen ersetzen müssen, waren aber nach Kriegsende wieder entlassen worden. 1968 wird die erste U-Bahn Strecke der KVB Köln in Betrieb genommen. Sie führt vom Friesenplatz zum Dom/Hauptbahnhof. Im Jahr 1997 wird das Straßenbahn-Museum der KVB Köln gegründet, in dem unter anderem die verschieden Exemplare der Pferde- und der elektrischen Wagen ausgestellt sind.

Die KVB Köln unterhalten heute elf Stadtbahnen, die teils oberirdisch, teils unterirdisch fahren. Ihr Schienennetz breitet sich sternförmig über die gesamte Fläche der Stadt aus und bedient 222 Haltestellen. 49 Buslinien, wovon es sich bei vieren um Rufbusse handelt, decken mit 657 Haltestellen das gesamte Stadtgebiet ab. Während die Buslinien recht unterschiedlichen Fahrplänen folgen, haben die Stadtbahnen eine relativ ähnliche Taktung. Die meisten S-Bahnen fahren am Wochenende durchgehend. In der Woche ist um 3.00 Uhr Betriebsschluss. Die Länge des Liniennetzes der KVB Köln beträgt bei der Stadtbahn insgesamt 237 km, bei den Bussen sind es 535,9 km.

Im Jahr 2010 beschäftigen die KVB Köln 3192 Angestellte und verzeichnen einen Umsatz von 215 Mio. Euro. Sie gehören seit seiner Gründung im Jahr 1987 zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg.

Am 3. März 2009 ereignet sich ein tragisches Unglück: Unmittelbar neben der Baustelle für einen U-Bahn-Schacht der neuen Nord-Süd-Stadtbahn stürzt das Kölner Stadtarchiv ein. Zwei Menschen können nach tagelanger Suche nur noch tot geborgen werden. Ein großer Skandal wegen gravierender Fehler bei der Bauaufsicht ist die Folge. Diese hatte unter anderem den Diebstahl von Eisenbügeln und gefälschte Bauprotokolle nicht bemerkt. Die Fertigstellung der neuen Strecke verzögert sich darauhin um Jahre.

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    Ein Kommentar zu "Kölner Verkehrsbetriebe"

    1. Wie konnte das der Bauaufsicht passieren?

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