Köln nach dem Zweiten Weltkrieg- wie Phönix aus der Asche

Köln unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg

Köln lag während des Zweiten Weltkrieges eigentlich grundsätzlich unter Bombenbeschuss. In den Jahren von 1941 bis 1945 flogen zumindest wöchentlich Bombertruppen über Köln und ließen ihre gefährlichen Waffen fallen. Eine besondere Nacht war die vom 31. Mai auf den 1. Juni 1942, als es zum ersten „1000-Bomber-Angriff“ kam. Die Briten ließen einen Angriff fliegen, der die komplette Innenstadt Kölns in eine Massenruine umformte. Es ist beinahe unmöglich die Zerstörung Kölns anschaulich in Worte zu fassen. Deshalb sollen ein paar Zahlen aufgeführt werden, die das Ausmaß der Katastrophe verdeutlichen können. 1943 gab es 230.000 Menschen in Köln, die obdachlos waren. Zu diesem Zeitpunkt war das fast die Hälfte aller Kölner. In der Kriegszeit warfen über 10000 Flugzeuge ungefähr 1,5 Millionen Bomben auf die Stadt am Rhein. Vor dem Krieg lebten 770.000 Menschen in der Stadt am Rhein. Nach Kriegsende waren es noch 40.000. Der Rest war entweder tot oder zum großen Teil geflohen. Die amerikanischen Truppen gaben, nachdem sie in Köln angekommen waren durch, dass 90 Prozent der Innenstadt und 70 Prozent der Wohnflächen vernichtet worden waren. Einzig ein Gebäude reckte sich trotzig in den Himmel, der Kölner Dom.

Das neue Köln

Wie oben bereits schon einmal erwähnt, war der historische Dom das einzige Gebäude in Köln, das fast ganz unversehrt geblieben war. Die Innenstadt war ein Trümmerhaufen, der erst einmal beseitigt werden musste, bevor man mit dem Wiederaufbau beginnen konnte. Beinahe nichts vom Glanz alter Tage war übriggeblieben. Die Abwasserkanäle und die Infrastruktur waren nicht mehr zu gebrauchen, an Strom- und Wasserversorgung nicht mehr zu denken und die Kommunikation war lahmgelegt. Trotzdem konnte man den Kopf nicht in den Sand stecken und musste in die Zukunft sehen.

Der Wiederaufbau

Allen Beteiligten war natürlich klar, dass der Wiederaufbau koordiniert und organisiert verlaufen musste. Um dies sicherzustellen, wurde ein Plan aufgestellt, der im Wesentlichen drei Kernziele vorgab. Die alten Strukturen sollten weitgehen wieder aufgebaut werden und durch neue Infrastruktur ergänzt werden. Des Weiteren beabsichtigte man, die Stadt besser für das Autofahren auszubauen, weil man durchaus damit rechnete, dass das Auto das neue Verkehrsmittel der Deutschen werden würde. Als letzten Punkt legte man fest, dass alte Bauwerke, die es würdig waren, erhalten zu bleiben, wieder rekonstruiert und restauriert werden sollten. Ein Unterziel des Stadtbaumeisters Rudolf Schwarz war, um die einzelnen großen Kirchen in Köln, Wohngebiete anzulegen. Er wollte damit erreichen, dass jede Kirche Mittelpunkt einer Wohngegend ist und sich dadurch verschiedene, individuelle Wohnräume ergeben. Dies ist auch noch heute zu bewundern. In Köln gibt es sehr viele Wohnungen, die nahe am Zentrum gelgen sind.

Insgesamt wurden acht Brücken wieder aufgebaut, die heute an verschiedenen Stellen über den Rhein führen. Obwohl man bereits an gut angelegtes- Buss und Straßenbahnnetz aufzuweisen hatte, begann man in den Siebzigerjahren mit dem Bau einer unterirdischen U-Bahn. Dies war nicht so ganz einfach, da man genaustens berechnen musste, an welchen Stellen die U-Bahnschächte die Stadt unterwandern können. Das es dort auch Fehlberechnungen gab, zeigte das Unglück 2009, als das Historische Stadtarchiv zusammenbrach. Aber abgesehen von diesem Problem, läuft die U-Bahn seit ihrem Bau reibungslos. Durch die ausgezeichnete Infrastruktur und die gute Lage wurde Köln wieder zu einem Handelszentrum und einer vielschichtigen Industrie- und Dienstleisterstadt.  Langsam aber sicher erarbeitete man sich einen Ruf, der wieder mit dem aus alten Tagen vergleichbar war. Der heute zu bewundernde Turm „Colonius“, der mit seinen 252 Metern Höhe das Stadtbild überragt, wurde im Jahre 1981 eingeweiht. 1986 war dann das Jahr des Kölsch. In der Kölsch-Konvention wurde einheitlich festgehalten, welches Bier, sich Kölsch nennen darf und welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen. Seit 1975 ist Köln wieder Millionenmetropole.

 

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