Köln im Mittelalter- Klerus und Bürger kämpfen um die Vorherrschaft

Unter Kaiser Otto dem Großen wurde Köln zur Kirchen- und Handelsmetropole und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Städte im Reich. Damit verbunden war eine enorme Verbesserung des Stellenwertes in Europa. Kölner zu sein, hieß Selbstvertrauen und Macht zu repräsentieren. Dennoch war auch in Köln nicht alles Gold, was glänzte. Die hygienische Situation der Stadt verschlechterte sich mit jedem Zuwanderer und erreichte einen historischen Tiefpunkt. Abwasserkanäle wie zu Zeiten des römischen Reiches gab es nicht mehr und die Fäkalien wurden unachtsam auf die Straße geschüttet in der Hoffnung, dass der nächste Regen es schon richten werde.

Der Klerus in Köln

Neben dem Kaiser, der die weltliche Macht repräsentierte, war Erzbischof Bruno einer der führenden Männer Kölns. Er verstand sich darauf, die Massen zu überzeugen. Außerdem ist es ihm zu verdanken, dass viele bedeutenswerte Reliquien ihren Weg nach Köln fanden. Darüber hinaus ließ er neue Kirchen und Klöster bauen. Köln sollte zum Mittelpunkt der kirchlich christlichen Gemeinde werden. Mit der Zeit verschaffte sich Köln den Ruf einer Pilgerstadt und viele Menschen strömten in die Stadt an den Rhein. Diese Ströme wurden noch durch das Eintreffen vieler Künstler und anderen Geistlichen unterstützt. Ähnlich wie auch heute in der Tourismusbranche, brachten diese Menschen, die nach Köln kamen, in der Regel Geld und Waren mit sich.

Das Bürgertum und der Klerus in Köln

All der Zuwachs führte dazu, dass Köln ein Zentrum in der Handelswelt wurde. Zunächst hatten Adlige und Klerus den meisten Einfluss. Dennoch entwickelte sich mit der Zeit eine neue Schicht Kölner heraus, die sich langsam aber sicher, der Einflussnahme von oben entzogen. Der Handel gab fleißigen und intellegenten Menschen die Möglichkeit, finanziellen Reichtum anzuhäufen. Mittels guter Geschäfte und Transaktionen entwickelte sich eine Mittelschicht, die sich bald so sehr ausbilden sollte, dass sich die Reichsten unter ihnen problemlos mit dem Adel messen konnten. Diesen Menschen lag nichts an Kriegen und Ruhm und sie optimierten mit der Zeit ihre Handelspolitik. In letzter Konsequenz waren schließlich viele Adlige auf das Geld dieser Großverdiener angewiesen.

Es kam wie es kommen musste: Der Klerus sah seine Macht schwinden und das neu entstande Bürgertum gewann immer mehr an Selbstvertrauen. Da die aggressive Kirchenpolitik des Kölner Klerus sehr teuer war, brauchten diese entsprechend hohe Summen an finanziellen Mitteln. Diese erwarben sie im häufiger dadurch, dass sie einfach voll beladene Handelsschiffe beschlagnahmten. Die aufstrebende Bürgerschicht Kölns ließ sich das irgendwann nicht mehr gefallen und warf den Erzbischof Anno kurzerhand aus der Stadt. Dieser kehrte allerdings mit einem aufgestellten Heer zurück und schlug den Aufstand nieder.

 

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