Köln im dunklen Mittelalter

Erste Schatten über Köln

Bis tief ins 14. Jahrhundert hinein, konnte Köln auf eine weitgehend positive Entwicklung zurückblicken. Natürlich hatter der Kampf zwischen Klerus und Patriziern seine Opfer gefordert und es lebten auch einige Menschen in großer Armut, aber die breite Masse war zufrieden und einige wenige verdienten „millionenschwer“. Keine Frage, Köln war ein Zentrum Europas und genoss großes Ansehen auf dem gesamten Kontinent.

Die Pest in Köln

Doch wie so oft im Lauf der Dinge, folgt auf eine Blütezeit ein teifer Absturz. In Köln war für diesen Niedergang eine Krankheit verantwortlich, die überall in Europa fast ganze Landstriche ausrottete und gegen die niemand ein Gegenmittel kannte: die Pest. Der schwarze Tot erreichte 1349 die Stadt Köln und wütete verheerend unter den Bewohnern. Die unzureichenden hygienischen Zustände unterstützten die Verbreituung der Krankheit und die Menschen fielen ihr massenweise zum Opfer. Die Wut in der Bevölkerung wuchs und man suchte einen Schuldigen, der gewissermaßen als Ventil benutzt werden sollte. Diesen Schuldigen fand man in der Minderheit der Juden.  Es entwickelte sich eine wahre Hatz auf diese Randgruppe in Köln. In der bekannten Bartolomäusnacht entlud sich die gesamte Verzweiflung der Bevölkerung und sie verübten schreckliche Taten gegenüber jüdischen Nachbarn und Bekannten.

Warum die Juden?

Dass es ausgerechnet die Juden traf, war nicht gerade ein Zufall. Zum einen waren sie eine große Minderheit, zum anderen hatten sie ihr Geld mit Geldverleih und Zinsen gemacht. Viele Menschen hatten sich bei jüdischen Geldverleihern finanzielle Mittel geliehen und konnten diese zum Teil nicht mehr zurückzahlen. Für diese Menschen war die Jagd auf die Juden sicherlich ein Vorteil. Sie mussten einfach nur die Füße still halten und konnten abwarten bis ihre Schulden auf einen Schlag getilgt waren.

1424 wurden die Juden endgültig aus Kökn direkt vertrieben, denn sie hatten keine Aufenthaltsgenehmigung mehr. Sie siedelten über den Rhein und ließen sich in Deutz nieder, wo sie aufgenommen wurden. 1100 Jahre lang hatten die Juden eine hochangesehene Gemeinde in Köln.

Aber nicht nur der Judenkonflikt kam in den Jahren der Pest auf, sondern auch Streitigkeiten zwischen den Giden und den Handwerkerzünften. Beide Gruppierungen wollten machtvoll vertreten sein und kämpften um die Vorherrschaft. Um diesem Konflikt endgültig einen Riegel vorzulegen, entschied man sich dazu, ein doppelbesetztes Bürgermeisteramt einzuführen. Auf diese Weise konnten bei Gruppen einen Amtsträger entsenden, der für ihre Interessen eintrat. Diese Regelung wurde übrigens in der ersten Stadtverfassung Kölns niedergelegt. Zeitgleich war Köln damit die erste Stadt, die über eine Verfassung verfügte.

 

Exklusive Deals in Köln

    Beitrag kommentieren