Köln erreicht die Neuzeit

Die Preußen kommen

Nach dem Gastspiel von Napoleon und seinen Truppen, kamen die Preußen nach Köln. Auf dem Wiener Kongress, bei dem ganz Europa neu geordnet wurde, war diesen die Rheinstadt zugesprochen worden. Da die Preußen keinen Anlass sahen, die französischen Reformen abzuändern, da diese sehr erfolgreich waren, ließen sie sie einfach fortlaufen. Durch das Reintegrieren der Juden und das Einführen des Code Civil, konnte sich Köln in dieser Zeit zu einer Dienstleistungsstadt mit blühender Industrie entwickeln. Mit dieser Entwicklung ging ebenfalls eine steigende Einwohnerzahl einher. So nannten im Jahre 1810 ungefähr 42.000 Menschen Köln ihr Zuhause, 1890 waren es bereits 220.000. Heute hat die Stadt am Rhein circa eine Millionen Bewohner.

Die stark anwachsenden Bewohnerzahlen hatten zur Folge, dass auch Köln selbst wachsen musste. Glücklicherweise erkannte man diesen Zusammenhang früh und betrieb eine durchdachte Erweiterungspolitik. So wurden große Hauptstraßen angelegt und es entstand das sogenannte Ringnetz.

Viele Historiker beklagen heute nur, dass eine der besten Stadtmauern der Welt bis auf das Fundament abgerissen wurde. Man brauchte den Platz, um neue Straßen anzulegen. Die Stadtmauer hatte im Mittelalter dazu geführt, dass Köln nicht einmal eingenommen worden war. All dies führte dazu, dass Köln endgültig in der Neuzeit angekommen war.

Köln und das Fernverkehrsnetz

Im 19. Jahrhundert wurde zunehmend eine international ausgerichtete Politik betrieben. Neue Technologien sollten es bald möglich machen, weite Strecken in vergleichsweise wenig Zeit zurückzulegen. Dies galt nicht nur für den Personenverkehr, sonder vor allem für den Transport von Waren und Gütern. Es galt sich im internationalen Warenverkehr gut zu positionieren. Aus diesem Grund legte man in Köln viel Wert darauf, dass die Flusswege besser ausgbaut wurden. Man installierte feste Dampferlinien und legte eine Schiffsbrücke über den Rhein an. Das Highlight war sicherlich die 1839 errichtete Eisenbahnstrecke durch Köln. Aus diesem Grund wurde der Centralbahnhof gebaut, der in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom lag. Ein großer Hauptbahnhof folgte Ende des 19. Jahrhunderts. Natürlich legte man noch einige Eisenbahnbrücken an, die die Bahn über den Rhein führten. Ein neues Zeitalter des Gütertransports hatte begonnen.

Köln-Geburtsstunde weltbewegender Technik

Als Köln zur Industriestadt wurde, fokussierte man sich vor allem auf technische Weiterentwicklung. So war es kein Zufall, dass der erste Verbrennungsmotor in Köln erfunden wurde. Nikolaus August Otto entwickelte den ersten Verbrennungsmotor, der auch nach ihm benannt worden ist. Auch die um die Jahrhundertwende in Wuppertal errichtete Schwebebahn, basiert auf Kölner Technologie. Eugen Langen, Wohnsitz in Köln, testete die Bahn in Deutz.

Leben im Wandel

Während sich das gesellschaftliche Leben in Köln komplett wandelte, weil sich die Stadt veränderte, hinkte die Politik etwas hinterher. Auch heute noch ist zu beobachten, dass sehr radikal einsetzende Trends und Lebenswandel des Öfteren die Politik überrumplen und hinter sich lassen. Der bekannteste Deutsche, der versuchte in Köln etwas zu bewegen, war Karl Marx. Zunächst schrieb er für eine Zeitung, die jedoch schnell verboten worden war. Er beklagte die einseitige Entwicklung und prangerte an, dass der Reichtum und die technische Entwicklung nur daher kämen, dass die Arbeiter ausgenutzt werden. Er forderte mehr Gerechtigkeit für die arbeitende Bevölkerung, die nichts hatte als ihre Arbeitskraft. Nach dem Verbot der Zeitschrift, kehrt Marx Köln den Rücken. Allerdings sollte es nicht sein letzter Besuch bleiben. Nach wenigen Jahren kehrte er mit seinem Freund Friedrich Engels zurück, um einen neuen Versuch der Revolution zu starten. Er musste nach einer kurzen Zeit feststellen, dass er auf verlorenem Posten war und folglich stellte er seine Bemühungen wieder ein. Köln blieb weiter durch einen konservativ, politischen Katholizismus regiert.

Der Karneval erhält Einzug in das Kölner Leben

Die Narren schauen träumerisch auf das Jahr 1823 zurück, die Geburtsstunde des Rosenmontagsumzuges. Seit diesen Tagen ist der Karneval das Aushängeschild der Rheinstadt und kaum eine andere Stadt in Deutschland vermag in ähnlicher Art und Weise die fünfte Jahreszeit zu feiern. Wer wissen will, was eigentlich unter Karneval zu verstehen ist, der sollte sich an den Tagen der Narren nach Köln begeben.
Aber dies war nicht das einzige, das an kultureller Entwicklung betrieben wurde. Man gründete das Kölner Theater und baute Denkmäler und Plätze. Die immer weitervoranschreitende Technisierung und vor allem Industrialisierung führte dazu, dass die Kölner auch mehr Raum für Natur und Entspannung brauchten. Um dies zu gewährleisten wurden neue Parks und Grünanlagen angelegt.

Der Dom in Köln lebt wieder!

Trotz allen Verbesserungen, die im 19. Jahrhundert verbracht worden, gab es eine Bauaktivität, die alle Kölner in den siebten Himmel holte: die Wiederaufnahme der Dombauarbeiten. 1880 hatte man den Nordturm des Doms fertiggestellt und damit das höchste Gebäude der damaligen Welt errichtet. Köln hatte nun endlich, nach fast 600 Jahren Baustelle, das Symbol, das sich die meisten Bürger gewünscht hatten.

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