Köln auf der Schwelle zwischen Mittelalter und Neuzeit

Die Franzosen in Köln

Obwohl das seltsam klingen mag, aber die Kölner waren in keinster Weise vorbereitet, als die französischen Revolutionstruppen plötzlich vor den Stadtmauern erschienen. Ohne lange zu zögern, gewährte man ihnen Eintritt, denn das Kräfteverhältnis fiel eindeutig zu Gunsten der Franzosen aus. Die Kölner mussten mitansehen, wie ihre geliebte Stadt zum ersten Mal durch eine fremde Macht eingenommen wurde. Die französische Herrschaft wechselte von den Revolutionstruppen über zu Napoleon, der Einiges in der Rheinstadt veränderte. Unter diesen Veränderungen fanden sich sowohl positive, als auch negative Aspekte.

Napoleons Reformen

Napoleon ließ als erstes die kirchlichen Institutionen säkularisieren, denn sein Feldzug war teuer und er war sich durchaus darüber im Klaren, dass es so manchen Schatz in den Mauern der Kirchen gab. Aber Napoleon änderte auch manche Strukturen in Köln, was den einfachen Bürgern mehr Freiraume und Sicherheit brachte. Viele kleine Handwerker konnten sich freier Entfalten, als die Zünfte aufgegeben wurden. Der große Nachteil an den Zünften, der  die Jahrhunderte überdauert hatte, waren die großen Gebühren und die ausgeprägte Abhängigkeit gewesen. Der einzelne Handwerker musste Geld bezahlen, um in die Zunft aufgenommen zu werden. Tat er dies nicht, konnte er seinem Handwerk nicht nachgehen.

Der von Napoleon eingeführte „Code Civil“ verbesserte ebenfalls einiges in der Gesellschaftsstruktur. Es gab ein festes bürgerliches Gesetzeswerk, dass jedem im gewissen Maße eine gleiche Behandlung zusicherte.

Um die hygienische und gesundheitliche Lage in Köln zu verbessern, ließ Napoleon einen neuen Friedhof weit außerhalb der Stadt Kölns anlegen. Damit wollte der die Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung deutlich verringern.

Nachteilig war sicherlich, dass der französische Feldherr die Universität in Köln schließen ließ. Damit verlor Köln sowohl den Flair einer Studentenstadt, als auch die potenzielle Kaufkraft aller, die durch eine Universität angezogen werden.

Unter den Franzosen kehrten auch die Juden in das Stadtbild zurück, die für einen Aufschwung in der Finanzwirtschaft sorgten. Im Laufe des Napoleonfeldzuges fiel das Rheinland unter französische Besatzung und alle Bürger Köln bekamen automatisch die Staatsbürgerschaft Frankreichs. Erst nachdem Napoleon geschlagen worden war, verließen die Franzosen 1814 die Rheinstadt wieder.

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