Der Machtkampf in Köln zwischen Klerus und Patrizier spitzt sich zu

Wettkampf zwischen Klerus und Bürgertum

Die reichen Händler gingen irgendwann sogar so weit, dass sie sich ein eigenes Rathaus bauten und ein Stadtwappen zulegten. Beide Dinge waren komplettes Neuland in Europa. Der Klerus wusste, dass er sich wehren müsse und so ergriff der Kölner Erzbischof die Inititative. Mit einem genialen Schachzug  raubte er in Mailand die Reliquien der heiligen drei Könige und überführte sie nach Köln. Die Menschen waren begeistert und unzählige Pilger fanden ihren Weg an den Rhein. Auf diese Weise hatte der Klerus seinen Machtanspruch in Köln wieder erneuert.

Selbstverständlich sah das Bürgertum nicht tatenlos zu, sondern suchte seinerseits nach neuen Mitteln und Wegen, seinen Machtanspruch zu bekräftigen. So trat man der Hanseunion bei und gründete eine Handelsniederlassung. Des Weiteren legte man neue Stadtmauern an und vergrößerte gleichzeitig das Stadtgebiet. Aufgrund der neuen Mauern, die sehr sicher waren, konnte Köln im Mittelalter nicht einmal besetzt werden. Im Grunde sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Machtkampf eine enorme Entwicklung Kölns zur Folge hatte.

Das Ende des Machtkampfes in Köln

Die Fehde zwischen dem Klerus und den Patriziern in Köln wurde endgültig am 5. Juni 1288 in Worringen entschieden. Nachdem es einige Aufstände gegeben hatte, die aber allesamt niedergeschlagen worden waren, sollte in Worringen die entscheidene Schlacht ausgetragen werden. Da die Patrizier nicht alleine antreten mussten und noch durch den Herzog von Brabant unterstützt wurden, gewann sie die blutige Schlacht. Durch den schwer erkauften Sieg, konnten sie bewirken, dass er Erzbischof seine weltliche Macht verlor. Ihm blieb einzig das Machtmonopol für das Erzbistum Köln.

Der Handel erlebte eine weitere Blütezeit durch das sogenannte Stapelrecht. Dieses legte fest, dass ausßerstädtische Waren für einen bestimmten Zeitraum in Köln selber zum Verkauf angeboten werden mussten. Außerdem hatten die Kölner das Recht, Waren zu verbrennen, die nicht den allgemeinen Qualitätsansprüchen entsprachen. Auf diese Weise verschaffte sich Köln einen wahren Traumruf in der Handelswelt. Der wirtschaftliche Aufschwung zog auch das kulturelle Niveau mit nach oben. Der Höhepunkt war sicherlich der 15. August 1248, als der Grundstein für den weltbekannten Kölner Dom gelegt wurde.

Bildung, Geld, Dom- mit einem Wort Köln

Köln wurde sukzessive vergrößert und strebte einem immer größereren Aufschwung entgegen. Stillstand bedeutete Rückschritt, was übrigens auch heute noch einer der Grundsätze der deutschen Gesellschaft ist. Man legte vor allem großen Wert auf die Infrastruktur, denn diese war das Herzstück des Handels. Nur wer seine Waren schnell und einfach nach Köln bringen konnte, würde diesen Umstand nutzen, um Handel zu treiben. So gab es sehr gute Verbindungen nach Frankreich und England. Erstaunlicherweise schaffte man es sogar, einigermaßen akzeptable Wege nach Polen und das Baltikum auszubauen.

Die Kaufleute, die sich schon lange zu Gilden zusammengeschlossen hatten, wurden immer reicher und bezogen palastartige Villen. Außerdem ermöglichte ihnen das Geld, Einfluss auf alles und jeden zu nehmen, der den Goldmüntzen nicht abgeneigt war. Im Großen und Ganzen verdienten alle Bewohner vor allem an dem Pilgerstrom, der nicht abzureißen schien.

Obwohl der Klerus den Kampf gegen die Patrizier in Köln verloren hatte, blieb er dennoch machtvoll und präsent. Prachtvolle Ordenshäuser waren allgegenwärtig. Es gab allerdings auch Bettlerorden und Verbindungen, die eher mit überschaubaren Mitteln versuchten, zu leben. Köln hatte sich mit der Zeit seines römischen Erbes entledigt und war eine typische pulsierende Metropole des Mittelalters geworden. Schattenseiten wie eine fehlende Kanalisation oder ein mangelnde Wasserversorung wurden da gerne in Kauf genommen. Selbstredend gab es auch eine große Anzahl an Menschen, die ihr Dasein als Unterschicht verbrachten und die weit entfernt von Glanz und Pracht lebten. Nicht alle hatten von dem Wirtschaftswachstum und der Stadtentwicklung profitiert.

 

Exklusive Deals in Köln

    Beitrag kommentieren