Der Kölner Stadtanzieger

Der Kölner Stadtanzeiger (eigentlich Kölner Stadt-Anzeiger) ist die auflagenstärkste Tageszeitung im Großraum Köln. Ehemals ein Konkurrenzblatt, wird 1999 die Kölnische Rundschau übernommen und erscheint nun ebenfalls unter dem Dach des M. DuMont Schauberg Verlages. Der Kölner Stadtanzeiger erreicht laut IVW (Informationsgesellschaft zu Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) zusammen mit der Kölnischen Rundschau eine aktuelle verkaufte Auflage von 331.160 Exemplaren.

Lokalausgaben für Bonn, Euskirchen, Rhein-Erft, Leverkusen (Leverkusener Anzeiger), Köln, Rhein-Sieg (Rhein-Sieg-Anzeiger), Rhein-Berg und Oberberg (Oberbergischer Anzeiger) gehören ebenso zum Kölner Stadtanzeiger wie selbstverständlich noch eine Internetversion (ksta.de). Außerdem wird das Angebot erweitert durch das Online-Fernseh-Programm ksta.tv sowie durch das Web-Anzeigenportal kalaydo.de, das der Kölner Stadtanzeiger mit anderen rheinischen Zeitungen betreibt und welches sich seit seiner Entstehung 2006 zu einem der wichtigsten deutschen E-Commerce-Angebote entwickelt hat.

Mit einer Stärke von durchschnittlich zwischen 32 und 36 Seiten erscheint der Kölner Stadtanzeiger von Montag bis Samstag. Er umfasst fünf Teile, die je nach Wochentag in Inhalt und Umfang variieren. Das erste Buch enthält den Politikteil mit Meinungsseite sowie eine Land/Region-Seite. Darauf folgen Wirtschaft und Panorama und schließlich das dritte Buch mit Sport, Medien und Kultur. Das vierte Buch umfasst die Lokalnachrichten aus Köln und im fünften und letzten Teil findet man noch einmal lokale Nachrichten entsprechend der überregionalen Bereiche. Dienstag und donnerstags ist der lokale Teil außerdem erweitert um die Rubrik “Quer durch Köln”, in der über die Ereignisse in den einzelnen Stadtteilen berichtet wird.

Zum ersten Mal erscheint der Kölner Stadtanzeiger am 14. November 1876 als Teil der Kölnischen Zeitung. Anfangs nur als regionale Beilage für Werbung und Anzeigen geplant, wird er außerdem als kostenlose Postwurfsendung an die Haushalte in Köln verteilt. Insgesamt umfasst die erste Auflage 30.000 Exemplare.

Aufgrund des Lizenzzwangs, der nach dem zweiten Weltkrieg von den Alliierten für deutsche Zeitungen eingeführt wird, um nur politisch unbelasteten Personen das Verlagsrecht einzuräumen, müssen sowohl die Kölnische Zeitung als auch der Kölner Stadtanzeiger, der sich inzwischen zur eigenständigen Zeitung entwickelt hat, ihr Erscheinen einstellen. Während die Kölnische Zeitung nie wieder in Produktion geht, kommt im Oktober 1949 nach Aufhebung des Lizenzzwangs die erste Nachkriegsversion des Kölner Stadtanzeigers heraus. Obwohl zahlreiche Altverleger den Markt stürmen und so den Wettbewerb erheblich verschärfen, kann sich der Anzeiger bald als führendes Blatt in der Region um Köln etablieren. Ende der 1950er Jahre ist der Kölner Stadtanzeiger die auflagenstärkste Zeitung in Köln. Aus traditionellen Gründen erscheint er seit 1962 mit dem Untertitel Kölnische Zeitung.

Der Kölner Stadtanzeiger konnte aufgrund seiner guten Berichterstattung schon Preise wie den Wächterpreis der deutschen Tagespresse und den Theodor-Wolff-Preis gewinnen. Politisch ist die Zeitung eher linksliberal orientiert. Daher ist besonders der Wächterpreis von besonderer Bedeutung für den Kölner Stadtanzeiger. Er wird jährlich von der Stiftung “Freiheit der Presse” verliehen, um investigative und kritische Berichterstattung über Korruption, Vetternwirtschaft und allgemeine Missstände auszuzeichnen.

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